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Im IKT-Sektor der EU bleibt die Geschlechterlücke bestehen: Zypern gehört bei der Qualifikation der Fachkräfte zu den Spitzenreitern

22.05.2026 / 12:38
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Nach Angaben von Eurostat besteht im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Europäischen Union weiterhin ein ausgeprägtes Geschlechterungleichgewicht: Männer dominieren nach wie vor deutlich unter den Beschäftigten der Branche. Im Jahr 2025 arbeiteten 3,4 Millionen Menschen im IKT-Sektor der EU, 5,1% mehr als im Vorjahr. Dabei machen Männer 83,4% der Beschäftigten aus, während der Frauenanteil bei 16,6% liegt.

Trotz des allmählichen Anstiegs der Zahl der Frauen in der Branche — von 0,4 Mio. im Jahr 2015 auf 0,6 Mio. im Jahr 2025 — hat sich ihr Anteil über das Jahrzehnt hinweg nahezu nicht verändert, was auf die Beständigkeit der Geschlechterlücke im Hightech-Sektor hinweist. Der höchste Männeranteil unter IKT-Fachkräften wurde in Tschechien, Slowenien, Lettland, Litauen und der Slowakei verzeichnet, wo er 88–92% übersteigt.

Vor diesem Hintergrund zeigt Zypern eine ähnliche Entwicklung wie der gesamteuropäische Trend bei der Geschlechterverteilung: Männer stellen 85,1% der Beschäftigten im IKT-Sektor, Frauen — 14,9%. Das Land hebt sich jedoch durch einen anderen Wert hervor — das Bildungsniveau der Fachkräfte. In Zypern verfügen 96,4% der IKT-Beschäftigten über einen Hochschulabschluss, womit das Land bei diesem Indikator zu den Spitzenreitern der EU zählt. Ein höherer Wert wurde nur in einzelnen Ländern verzeichnet, darunter Dänemark und Frankreich.

In der Europäischen Union insgesamt verfügen 74,8% der IKT-Beschäftigten über einen Hochschulabschluss, während die übrigen 25,2% eine mittlere berufliche Ausbildung haben. Das höchste Qualifikationsniveau wurde in Dänemark, Frankreich, Irland, Bulgarien und Kroatien festgestellt, wo der Anteil der Fachkräfte mit Hochschulabschluss 90% übersteigt.

Gleichzeitig hat in einigen Ländern wie Italien und Portugal ein erheblicher Teil der IKT-Beschäftigten keinen Hochschulabschluss, was die Unterschiede im Ausbildungsniveau der Fachkräfte innerhalb der EU unterstreicht.

Damit zeigen die Eurostat-Daten ein zweigeteiltes Bild: Einerseits wächst der IKT-Sektor Europas dynamisch, andererseits bleibt die Geschlechterlücke weiterhin bestehen. Zugleich zeichnet sich Zypern durch das hohe Bildungsniveau seiner Fachkräfte aus und bleibt einer der EU-Spitzenreiter bei der Qualität des Humankapitals im Technologiesektor.

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