„Fenster der Möglichkeiten“ in Frage gestellt: In der TRNZ wurden die Aussagen von Christodoulides kritisiert
Die Aussagen des Präsidenten Zyperns, Nikos Christodoulides, über das Vorhandensein eines «Fensters der Möglichkeiten» für das Vorantreiben der Gespräche zur Lösung der Zypernfrage haben in der TRNZ scharfe Reaktionen ausgelöst. Das dortige «Außenministerium» bezeichnete diese Äußerungen als einen Versuch, die internationale Gemeinschaft in die Irre zu führen.
In der veröffentlichten Erklärung wird betont, dass die Position der türkisch-zyprischen Seite unverändert bleibt. Vertreter der nicht anerkannten Verwaltung behaupten, dass die griechisch-zyprische Seite die türkischen Zyprioten weiterhin nicht als gleichberechtigten Partner betrachtet und an einem Ansatz festhält, der ihrer Ansicht nach die Möglichkeit eines Kompromisses ausschließt.
In dem Dokument heißt es außerdem, dass das frühere Verhandlungsmodell, das auf der Suche nach einer föderalen Lösung beruhte, nach jahrzehntelangen erfolglosen Versuchen ausgeschöpft sei. Nach Ansicht der Verfasser der Erklärung werde die Rückkehr zu früheren Dialogformaten keinen Fortschritt bringen.
Besonderes Gewicht wird auf die Position gelegt, dass die Anerkennung der «souveränen Gleichheit» und des «gleichen internationalen Status» der türkisch-zyprischen Seite notwendig sei. In der Erklärung heißt es, dass neue Verhandlungen erst nach der Anerkennung dieser Grundsätze beginnen könnten. Darüber hinaus wurde erneut die Vorstellung eines Zusammenlebens zweier unabhängiger Staaten auf der Insel als Grundlage für eine künftige Lösung formuliert.
Vertreter des nördlichen Teils Zyperns wiesen zudem Versuche zurück, den Verhandlungsprozess mit Initiativen des UN-Generalsekretärs an zeitliche Fristen zu binden, und erklärten, dass ein solcher Druck für sie keine Bedeutung habe.
Damit zeigt der erneute Austausch von Erklärungen die anhaltend tiefen Differenzen zwischen den Seiten in den zentralen Fragen über die Zukunft der Insel. Trotz der Bemühungen internationaler Vermittler bleiben die Positionen Nikosias und der türkisch-zyprischen Führung weiterhin weit voneinander entfernt, was die Aussichten auf die Wiederaufnahme eines umfassenden Verhandlungsprozesses erschwert.
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