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Handel zwischen der Türkei und Nordzypern: Rekordumsatz und Rekordungleichgewicht

04.02.2026 / 12:40
Nachrichtenkategorie

Daten des Türkischen Statistikamts (TÜİK) für das Jahr 2025 zeigten erneut ein erhebliches Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ). Trotz des Wachstums des gesamten Handelsvolumens bleibt die Wirtschaft der TRNZ nahezu vollständig vom Import abhängig.

Laut den von dem Journalisten Artun Çağa für die Zeitung Gıynık zusammengestellten Daten exportierte die TRNZ im Jahr 2025 Waren im Wert von lediglich 116,3 Millionen Dollar in die Türkei, während sich die Importe aus der Türkei auf 2,63 Milliarden Dollar beliefen. Damit erreichte das gesamte Handelsvolumen 2,75 Milliarden Dollar und damit den höchsten Wert in der Geschichte.

Das Wachstum der Volumina bedeutet jedoch keine gleichberechtigten Beziehungen: Die Türkei fungiert als Hauptlieferant, während Nordzypern überwiegend Konsument ist.

Die Statistik verdeutlicht das Ausmaß des Problems: Im Jahr 2025 kamen auf jeden 1 Dollar, den die TRNZ durch Exporte in die Türkei verdiente, 26 Dollar an Importen. Dies unterstreicht die äußerst begrenzten Produktions- und Exportmöglichkeiten des Landes selbst gegenüber seinem wichtigsten Handelspartner.

Infolgedessen erreichte das Handelsdefizit der TRNZ im Jahr 2025 2,515 Milliarden Dollar, was zum Jahresendkurs etwa 108 Milliarden Türkischen Lira entspricht.

Experten weisen darauf hin, dass sich die Wirtschaft Nordzyperns immer weiter von einem Produktions- und Exportmodell entfernt und sich zunehmend als importabhängiges System verfestigt. Eine solche Struktur gilt langfristig als anfällig und wenig nachhaltig, da ein Importwachstum ohne Entwicklung der eigenen Produktion zwangsläufig die wirtschaftlichen Risiken erhöht.

Das Problem ist systemischer Natur. Nach TÜİK-Daten für den Zeitraum 2016–2025 beliefen sich die Gesamtexporte der TRNZ in die Türkei auf etwa 981 Millionen Dollar, während die Importe 16,47 Milliarden Dollar überstiegen. Das kumulative Handelsdefizit über zehn Jahre erreichte 15,5 Milliarden Dollar.

Selbst obwohl die Exporte im Jahr 2025 zu den höchsten des vergangenen Jahrzehnts gehörten, konnten sie das Gesamtbild nicht verändern. Die Daten zeigen eindeutig: Die Handelsbeziehungen zwischen der TRNZ und der Türkei bleiben tiefgreifend unausgeglichen, und die Importabhängigkeit nimmt weiter zu.

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