Hantavirus-Fall auf Kreuzfahrtschiff sorgt für Beunruhigung: Zypern wird zu strengeren Kontrollen in der Kreuzfahrtindustrie geraten
In Kanada wurde eine Hantavirus-Infektion bei einem Passagier des Luxus-Kreuzfahrtschiffs MV Hondius bestätigt, auf dem zuvor ein Ausbruch des Anden-Stamms des Virus registriert worden war. Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft erneut auf Fragen der Biosicherheit in der Kreuzfahrtindustrie gelenkt.
Nach Angaben der Behörden von British Columbia wurde der erkrankte Kanadier nach dem Auftreten leichter Symptome in Victoria hospitalisiert. Er gehört zu einer Gruppe von vier Passagieren, die nach der Rückkehr von der Kreuzfahrt isoliert wurden. Sie alle kamen mit einem separaten Flug auf der Insel Vancouver an und hatten Berichten zufolge keinen Kontakt zu anderen Menschen.
Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass der Anden-Stamm des Hantavirus schwere Lungenschäden mit einer hohen Sterblichkeitsrate von bis zu 50 % der Fälle verursachen kann. Normalerweise wird das Virus durch Kontakt mit Nagetieren übertragen, der Anden-Stamm gilt jedoch als einer der wenigen, die in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragen werden können.
Vor dem Hintergrund dieses Vorfalls betonen Experten die Notwendigkeit, die sanitären Kontrollmaßnahmen in der internationalen Kreuzfahrtindustrie, einschließlich der Mittelmeerländer, zu verstärken. Für Zypern, das den Kreuzfahrttourismus aktiv ausbaut, halten Fachleute es für wichtig, die medizinische Überwachung der in den Häfen der Insel ankommenden Passagiere zu intensivieren sowie die Reaktionsprotokolle auf mögliche infektiöse Bedrohungen zu aktualisieren.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine gründlichere sanitäre Kontrolle der Schiffe, Systeme zur schnellen Erkennung von Symptomen bei Passagieren, Schulungen für das Personal von Häfen und Kreuzfahrtterminals für das Verhalten beim Auftreten von Infektionen sowie die Entwicklung von Koordinationsmechanismen zwischen Hafenbehörden und medizinischen Diensten.
Experten empfehlen Zypern außerdem, Fragen der Isolation und der medizinischen Betreuung von Passagieren Aufmerksamkeit zu schenken, falls potenziell gefährliche Krankheiten an Bord von Kreuzfahrtschiffen festgestellt werden.
Die kanadischen Behörden betonen, dass das Risiko einer Ausbreitung des Virus weiterhin gering ist, doch die Situation mit der MV Hondius hat gezeigt, wie schnell Biosicherheitsfragen zu einer ernsthaften Herausforderung für den internationalen Tourismus und die Seeschifffahrt werden können.
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