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Kindesentführung in Limassol deckt schwere Mängel im Sicherheitssystem Zyperns auf

18.05.2026 / 16:49
Nachrichtenkategorie

Auf Zypern läuft eine brisante Untersuchung zur Entführung eines Kindes aus Limassol, in deren Mittelpunkt ein 26-jähriger türkischer Staatsbürger steht. Nach Angaben der Ermittler brachte der Mann das Kind in die TRNZ, wo sich der Minderjährige derzeit in der Obhut des Jugendamtes befindet.

Die 35-jährige Mutter des Kindes, eine britische Staatsbürgerin, befindet sich in einem schweren psychischen Zustand. Wie ihr Anwalt Ioannis Michalakis mitteilte, hat die Frau bislang keinen direkten Kontakt zu den Behörden der TRNZ erhalten und hofft auf eine baldige Rückkehr des Kindes.

Die Ermittlungen werden in mehreren Richtungen gleichzeitig geführt. Die Polizei von Limassol hat bereits einen 53-jährigen Zyperntürken festgenommen, der als mutmaßlicher Komplize der Entführung gilt. Der Vater des Kindes selbst wurde auf dem Territorium der TRNZ verhaftet, jedoch konzentrierte sich das dortige «Gericht» hauptsächlich auf den Verstoß gegen die Regeln zur Überquerung der Pufferzone und die illegale Einreise.

Die Ermittler prüfen auch eine mögliche Beteiligung weiterer Personen. Dem Anwalt zufolge hat die Mutter Informationen über eine zyperntürkische Frau vorgelegt, die beim Transport des Kindes geholfen haben könnte. Zusätzliche Fragen wirft die Tatsache auf, dass der Vater den genauen Aufenthaltsort von Mutter und Kind kannte, was auf eine Überwachung hindeuten könnte.

Ernste Besorgnis erregt auch die bloße Möglichkeit, dass der Verdächtige ungehindert in das Territorium der Republik Zypern eindringen und anschließend in die TRNZ zurückkehren konnte. Der Anwalt der Familie erklärte, dass der Fall gefährliche Lücken im Kontrollsystem der Demarkationslinie und in den Mechanismen der öffentlichen Sicherheit offenbart habe.

Ihm zufolge zeigt diese Situation die Notwendigkeit einer verstärkten Kontrolle, insbesondere bei der Fahndung nach Verdächtigen und der Verhinderung schwerer Straftaten. Er betonte, dass die Republik Zypern und Großbritannien ihre diplomatischen Bemühungen fortsetzen müssen, um die Rückkehr des Kindes zu erwirken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Derzeit setzen die Polizei und die diplomatischen Dienste die Koordinierung der Maßnahmen in diesem Fall fort.

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