IVF-Klinik in Nordzypern wird der Verwendung von falschem Spendermaterial beschuldigt
Eine IVF-Klinik in Nordzypern steht im Zentrum eines Skandals, nachdem mehrere Familien behaupteten, ihre Kinder seien mit anderem Spendermaterial gezeugt worden, als sie ausgewählt hatten. Dies berichtet die BBC.
Den Ermittlungen zufolge behaupten die Familien, die Klinik habe andere Samenspender verwendet, weshalb die Kinder genetisch nicht mit dem Spender verwandt sind, den die Eltern ursprünglich ausgewählt hatten.
Eine der Mütter, Laura, erzählte, dass fast unmittelbar nach der Geburt ihres zweiten Kindes Zweifel aufkamen. Sie und ihre Partnerin Beth unterzogen sich vor etwa 15 Jahren einer In-vitro-Fertilisation im Dogus IVF Center.
Das Paar gibt an, einen Spender namens Finn gewählt zu haben – einen sportlichen Nichtraucher aus Dänemark. Die Klinik arbeitete Berichten zufolge mit Cryos International zusammen, der weltweit größten Bank für Spendermaterial.
Ein späterer DNA-Test ergab jedoch:
- die Kinder wurden nicht vom ausgewählten Spender gezeugt,
- und sie haben unterschiedliche biologische Väter.
Nach den Nachforschungen identifizierten Journalisten zwei weitere ähnliche Fälle. In beiden Familien kamen ebenfalls Zweifel an der Herkunft des Spendermaterials auf, die durch DNA-Tests bestätigt wurden.
Die Ärztin der Klinik, Firdevs Uguz Tip, wies die Vorwürfe zurück und erklärte, sie sei nicht für die Bestellung von Spendersamen verantwortlich gewesen und habe keine Informationen über den gewählten Spender erhalten.
Vertreter von Cryos erklärten, dass solche Fehler aufgrund strenger Sicherheitsverfahren extrem selten seien und in der 45-jährigen Unternehmensgeschichte keine derartigen Fälle verzeichnet wurden.
Von der BBC befragte Spezialisten für Reproduktionsmedizin wiesen darauf hin, dass ein solcher Fehler unwahrscheinlich sei, insbesondere wenn er mehr als einmal vorkomme, was auf eine mögliche Fahrlässigkeit des medizinischen Personals hindeuten könnte.
Die Behandlungskosten für eine der Familien beliefen sich auf etwa 16.000 £, wovon 2.000 £ für das Sperma des ausgewählten Spenders bezahlt wurden.
Einige Familien gaben außerdem an, dass ihnen Eizellen von anderen Spendern zur Verfügung gestellt wurden, als sie ausgewählt hatten.
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