Serdar Denktaş: „Die Staatsfinanzen sind kollabiert, das Land steckt in einer Schuldenspirale“
Der Vorsitzende der TAM-Partei, Serdar Denktaş, übte scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik der Behörden und erklärte, dass sich die Staatsfinanzen des Landes in einer tiefen Krise befänden und die Wirtschaft immer weiter in eine Schuldenabhängigkeit abgleite.
In einer Sendung auf TV2020 sagte Denktaş, die Regierung versuche, das Finanzsystem durch stetig steigende Steuern, Abgaben und Preise aufrechtzuerhalten. Seinen Worten zufolge löse dieses Modell das Problem nicht, sondern verschärfe es nur. «Schulden mit neuen Schulden zu tilgen bedeutet, die Schulden ständig zu erhöhen», betonte der Politiker und fügte hinzu, dass ein solcher Ansatz die Schuldenspirale verfestige und die Belastung für die Bürger verstärke.
Er erklärte außerdem, dass der Anstieg der Lebenshaltungskosten unmittelbar mit der aktuellen Fiskalpolitik zusammenhänge und die Wirtschaft durch unberechenbare Steuerentscheidungen unter zusätzlichen Druck gerate. Nach Ansicht Denktaş' führe dies zu Kapitalabfluss und sinkendem Vertrauen in die Wirtschaft.
Der Politiker schlug vor, das Wirtschaftsmodell zu ändern und es stärker auf die Senkung der Kosten sowie die Entwicklung einer «Volumenwirtschaft» durch eine Verringerung der Steuerlast auszurichten. Er wies zudem auf die Preisdifferenz zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil der Insel hin und erklärte, dass die hohen Kosten der nördlichen Wirtschaft den Geldabfluss verstärkten.
Getrennt davon kritisierte Denktaş das bestehende Regierungssystem scharf und erklärte, es gehe dabei nicht nur um Ineffizienz, sondern auch um bewusst geschaffene Vorteilsstrukturen für bestimmte Gruppen.
Trotz seiner Kritik betonte der TAM-Vorsitzende die politischen Ambitionen seiner Partei und erklärte, man wolle ins Parlament einziehen. Er teilte mit, dass das Team an konkreten Projekten arbeite, darunter eine Initiative zur Senkung der Fleischpreise, und den Dialog mit Vertretern der Branche führe.
Denktaş stellte außerdem seine Vorstellung einer «Politik der neuen Generation» vor, die auf Dialog und Vermittlung zwischen Staat und Gesellschaft basiere. Seinen Worten zufolge sei das Land der politischen Polarisierung müde, und künftige Veränderungen müssten auf der Erfahrung und der Beteiligung junger Menschen beruhen, denen die Partei besondere Aufmerksamkeit schenke.
Sie könnten auch interessiert sein an:
- Ökonom warnt: Politische Krise in der Türkei könnte die Wirtschaft der TRNZ direkt treffen
- In der TSKR verfolgt man die Parlamentswahlen in der Republik Zypern
- In der TRNZ wird eine neue UN-Initiative für Zypern erwartet
- Zwei Verdächtige am Flughafen Ercan im Fall gefälschter Pässe festgenommen
- Das klassische Autorennen in Güzelyurt wurde wetterbedingt verschoben

